Dienstag, 08.09.2026
DAX: Anleger bleiben in der Defensive
Steigende Energiepreise sind der Beleg: Inflationsängste sind berechtigt und Zinssorgen nicht ausgestanden. Anleger machen daher seit ein paar Handelstagen einen großen Bogen um den DAX. Die Abwärtsdynamik bei deutschen Renten hält derweil an, und niemand kann an diesem Punkt sagen, was diese Entwicklung stoppen kann. Der Aktienmarkt sonnt sich noch ein wenig in den Erfolgen der abgelaufenen Berichtssaison, aber die Belastungen wachsen.
Auffüllen der Gasspeicher wird teuer
Deutschland hat sich beim Wiederauffüllen der Gasspeicher verkalkuliert, und jetzt, wo die Gaspreise auf Monatsfrist um über 40 % gestiegen sind, bleibt keine Zeit mehr: Deutschland hat gerade eine sehr gute Berichtssaison erlebt – aber die Gewinnentwicklung im Rest des Jahres steht infrage. Es gibt keine Aufzeichnungen die zeigen würden, dass die Gasspeicher nur einen Monat vor Beginn der Heizsaison in Deutschland überhaupt einmal so niedrig gewesen wären, wie aktuell. Gewiss ist: Das Wiederauffüllen der Speicher wird teuer – die Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung wächst.
China: Rekorde im Außenhandel
Noch nie seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump hat China so hohe Überschüsse im Außenhandel mit den USA erzielt wie im August. Der wachsende Einfluss Chinas ist US-Präsident Trump ein Dorn im Auge. Der Handelskonflikt der USA mit Kanada weitet sich gerade aus, und es ist nicht garantiert, dass Trump nicht auch eine Eskalation mit China sucht – obwohl Xi Jinping in gut zwei Wochen die USA besucht und die Zwischenwahlen im November anstehen. Trump ist immer für Überraschungen gut.
Montag, 07.09.2026
DAX: Ruhiger Feiertagshandel erwartet
Die neue Woche beginnt ein wenig so, wie die alte endete: mit besonderem Interesse an Halbleiter- und KI-Aktien, aber Zurückhaltung in der Marktbreite. Ein neues Sprachmodell von OpenAI mit zahlreichen neuen Funktionen hat die Zuversicht der Anleger in die Entwicklung der Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz neu entfacht, und der Optimismus in den Kursen überträgt sich vom Freitag auch auf die neue Woche. In den USA ist heute allerdings Feiertag. In Abwesenheit der US-Händler dürfte eine neue Richtung wohl erst morgen wieder aufkommen, wenn das Handelsvolumen zurückkehrt.
Markt schüttelt US-Jobdaten ab
Es ist ein wenig überraschend, wie gut der Markt die starken Arbeitsmarktdaten vom Freitag abschüttelt. Diese Resilienz beruht wohl auf der Hoffnung, dass die US-Inflationsdaten am Freitag schwächer ausfallen werden. Wenn nicht, beginnt das Zittern vor der nächsten Sitzung der amerikanischen Notenbank wohl von Neuem. Ein „heißer“ Inflationsbericht könnte eine Zinsanhebung im September besiegeln.
Technik im DAX im Blick
Der DAX hat seine Kursverluste von Anfang vergangener Woche nur vorläufig gestoppt. Nun muss er auch sein Tief aus der vergangenen Woche halten: Ein Rutsch unter 25.700 Punkte könnte die Nervosität schnell zurückbringen. Bleibt der DAX aber darüber, bleibt auch der Aufwärtstrend intakt. Wenn nicht, droht ein Trendbruch samt oberer Trendwende – ein Warnsignal aus der technischen Analyse.
Freitag, 04.09.2026
DAX: Ist der Zins-Blues ausgestanden?
Der Zins-Blues der vergangenen Tage hat den DAX gehörig durchgeschüttelt, aber Signale aus der amerikanischen Notenbank sowie die heute anstehenden Arbeitsmarktdaten erzeugen eine gewisse Hoffnung, dass der Krug steigender US-Leitzinsen vielleicht im September doch noch einmal an den Anlegern vorübergehen könnte. Die Unterstützung bei 25.800 Punkten im DAX hat gehalten, und neue Käufer kommen herein. Damit ist die technische Grundlage für eine Erholung gelegt – ob daraus mehr wird, entscheiden heute die US-Arbeitsmarktdaten.
Markt bleibt zinssensitiv
Der Renditeanstieg in dieser Woche zeigt, wie wenig dem Markt die Perspektive auch nur einer einzigen Leitzinsanhebung der amerikanischen Notenbank zu schmecken scheint. Die amerikanische Notenbank scheint dies auch erkannt zu haben, denn wie wäre sonst zu erklären, dass gleich drei Gouverneure der amerikanischen Notenbank nun wieder entspannte Zinssignale senden – weniger als eine Handvoll Handelstage nach den eigentlich klaren und dazu entgegengesetzten Worten ihres Vorsitzenden Kevin Warsh? Die amerikanische Notenbank redet weiterhin um den heißen Brei herum, und immer, wenn es ernst wird, findet sie Ausflüchte, um vielleicht doch noch weiter abzuwarten. Damit bleibt die Fed für die Märkte ein Unsicherheitsfaktor: Nicht ihre Worte, sondern erst ihre Taten werden zeigen, wie ernst sie es mit der Inflationsbekämpfung meint.
Arbeitsmarkt wird Belastungstest
Die Inflationsdaten der kommenden Woche dürften etwas mehr Bedeutung haben als die heutigen Arbeitsmarktdaten, da die beiden Fed-Gouverneure Williams und Barr dezidiert darauf verwiesen haben, diese abwarten zu wollen, um zu entscheiden, ob sie sich für einen Zinsschritt im September aussprechen werden oder nicht. Dennoch hat die amerikanische Notenbank ein Doppelmandat: Neben der Preisstabilität gilt dieses auch dem Arbeitsmarkt. Ein „heißer“ Arbeitsmarkt mit zu vielen neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft kann die Zinssorgen des Marktes blitzartig zurückbringen. Dann wäre die Zeit bis zum nächsten Inflationsbericht wohl um einiges nervöser. Der heutige Arbeitsmarktbericht wird daher vor allem zeigen, wie belastbar die jüngste Entspannung bei den Zinserwartungen tatsächlich ist.
Donnerstag, 03.09.2026
DAX stabilisiert sich – und könnte neue Handelsspanne etablieren
Im Spannungsfeld zweistellig wachsender Firmengewinne und inflationsbedingter Renditeanstiege entsteht Reibung. Dennoch bleiben die Kursverluste überschaubar. Der Anstieg der dreißigjährigen Renditen in Deutschland auf über 3,8 % bringt den Markt nicht aus dem Takt. Anleger setzen vorläufig darauf, dass die Gewinnmitnahmen im DAX als Reaktion auf ein neues Rekordhoch im Großen und Ganzen vorüber sind.
Wachstum trotz Belastungen
Anleger haben sich mit einer durch die gerade beendete Berichtssaison belegten Meinung arrangiert: Geopolitische Spannungen, Inflationsgefahren und steigende Energiepreise haben das zweistellige Gewinnwachstum der Unternehmen in den letzten drei Monaten nicht aus der Bahn geworfen und setzen darauf, dass sie es vermutlich auch jetzt nicht tun.
DAX erreicht technische Unterstützung
Ob diese Zuversicht nun neue Käufer aufs Parkett locken wird, die als Schnäppchenjäger zu günstigeren Kursen den Einstieg wagen, muss abgewartet werden. Der DAX etabliert etwas, das nach einer höheren Handelsspanne aussieht. Diese liegt nun seit gut vier Wochen rund 800 Punkte höher als zuvor. Die Zone um 25.800 Punkte stellt als untere Begrenzung eine mögliche technische Unterstützung dar. Rutscht der DAX darunter, bestünde bis zur darunterliegenden Handelsspanne allerdings ein Abwärtsrisiko von gut 1.000 Punkten.
Mittwoch, 02.09.2026
DAX büßt 800 Punkte ein – Anleihen sorgen für Nervosität
Die Querelen am Anleihemarkt sind nicht vorüber. Der steile Renditeanstieg wirkt wie ein Schock auf dem Parkett, und der DAX büßt in zwei Tagen gut 800 Punkte ein. Märkte kommen in der Regel gut mit einer allmählichen Anpassung des Zinsniveaus klar. Erfolgen die Anpassungen aber derart ruckartig wie in den letzten Tagen, breitet sich die Nervosität schnell aus. Sollte sich die Dynamik am Anleihemarkt weiterhin so ungebremst fortsetzen, kann das schnell zu einer Entwicklung führen, die dem September als schwächstem Börsenmonat des Jahres alle Ehre macht.
Stimmung der Hoffnungslosigkeit macht sich breit
Die Situation ist gegenüber gestern unverändert: Im Epizentrum der Sorgen stehen neue Kampfhandlungen im Irankonflikt und die damit einhergehenden Anstiege der Energiepreise, aber auch Hinweise darauf, dass die amerikanische Notenbank bald handeln könnte, um etwas gegen die hohe Inflation zu tun. Neu ist, dass sich Anleger immer mehr eingestehen müssen, dass derzeit niemand weiß, was die dynamisch steigenden Gaspreise und Renditen aufhalten soll. Kurzfristig macht sich auf dem Parkett eine gewisse Stimmung der Hoffnungslosigkeit breit.
Zinsruck kommt am breiten Markt an
Der jüngste Anstieg der Renditen belastet den Ausblick für die Entwicklung der Unternehmensgewinne. Bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 im S&P 500 Index, das auf ein Gewinnwachstum von 25 bis 30 % angewiesen ist, ist es verständlich, dass Anleger nervös werden. Die Messlatte hängt hoch, der Raum für Enttäuschungen ist klein: Der Zinsruck ist damit endgültig am breiten Markt angekommen.
Dienstag, 01.09.2026
DAX: Ausverkauf bei Anleihen geht weiter
Wir sehen auf dem Parkett in Frankfurt gerade ein hohes Maß an Unsicherheit, was das Treiben an den weltweiten Anleihemärkten anbelangt. Die Querelen am Anleihemarkt sind nicht ausgestanden. Die Rekord-Rally im DAX wurde von einer weltweiten Verkaufswelle bei Staatsanleihen abrupt gestoppt. Deutschland wird doppelt getroffen, da die Renditen ungleich zu den USA auch am langen Ende ruckartig steigen.
Leere Gasspeicher und teures Gas
Steigen die Renditen ruckartig weiter, kann sich daraus schnell eine Situation entwickeln, in der sich die schlechte Stimmung vom Anleihemarkt auf Aktien überträgt. Die deutsche Situation wird dadurch erschwert, dass unterdurchschnittlich gefüllte Gasspeicher mit einem Anstieg der europäischen Gaspreise auf ein neues Jahreshoch zusammentreffen. Das Wiederauffüllen der Gasspeicher wird also teuer – die Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung wächst.
Zinsdruck nimmt zu
Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wir sehen eine weltweite Anpassung des Zinsniveaus. Die ungelöste Frage des freien Seeverkehrs durch die Straße von Hormus nach neuen Anfeindungen im Irankonflikt sowie Hinweise der amerikanischen Notenbank auf eine straffere Geldpolitik haben eine Verkaufswelle befeuert, die noch in der vergangenen Woche als vorläufig eingefangen galt.
Montag, 31.08.2026
DAX stemmt sich gegen saisonalen Trend
Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte. Der morgen beginnende September ist historisch der schwächste Börsenmonat des ganzen Jahres, und es wird sich noch zeigen müssen, ob sich der DAX auch dann gegen den typischen saisonalen Trend stemmen und einfach weitersteigen kann.
Neue geopolitische Sorgen
Nach Wochen der Ruhe sind die geopolitischen Sorgen in Nahost zurück. Die USA haben einen iranischen Raketenwerfer angegriffen. Die geopolitischen Sorgen drücken sich jedoch nicht mehr primär im Ölpreis aus, der 28 % unter seinem Jahreshoch notiert. Die nach wie vor ungelöste Frage des freien Seeverkehrs durch die Straße von Hormus und die Schäden an russischen Raffinerien wirken sich primär auf die europäischen Gaspreise sowie die Preise für Benzin und Diesel aus. Die Folgen spüren Verbraucher vor allem an der Tankstelle und bei der Heizkostenabrechnung.
Zinsspekulationen sind zurück
Nach der Rede des Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank in Jackson Hole ist die Zahl der Skeptiker hinsichtlich einer Zinsanhebung im September wieder geringer. Mit einer Mehrheit von 6:4 für eine Zinsanhebung im September hat der Markt aber noch kein klares Votum abgegeben. Bis zur nächsten Sitzung der amerikanischen Notenbank in gut zwei Wochen erscheinen immerhin noch ein weiterer Arbeitsmarktbericht und ein weiterer Inflationsbericht. Das kann die Erwartungen wieder drehen. In Sachen Zinsanhebung wird das letzte Wort erst gesprochen sein, wenn die Fed einen solchen Schritt tatsächlich beschließt. Alles andere ist Spekulation – und die ist bekanntermaßen wechselhaft.
Freitag, 28.08.2026
DAX in Tuchfühlung zum Rekordhoch
Das Allzeithoch ist nur eine Haaresbreite entfernt: Wenn die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh die richtigen Signale sendet, könnte sich der DAX auf einem neuen Rekordhoch ins Wochenende verabschieden. Zuletzt hat ein ruckartiger Renditeanstieg auch den DAX aus dem Tritt gebracht. Heute entscheidet Warshs Wortwahl darüber, ob der Zins-Blues vorerst vom Parkett verschwindet.
Geldpolitik ist Thema Nummer 1
An Kevin Warsh kommt heute auf dem Parkett niemand vorbei. Sein knapper Kommunikationsstil steht dem Wunsch des Marktes nach einem detaillierten geldpolitischen Pfad entgegen. Jackson Hole ist ein Test, ob knappe Worte genügen, um Geldpolitik so zu kommunizieren, dass sie weniger und nicht mehr Volatilität anrichtet.
Gemischte KI-Signale
Betrachtet man den Gesamtmarkt, könnte man durchaus von einer ziemlich verhaltenen Kursreaktion auf eigentlich starke Nvidia-Zahlen sprechen. Der Funke ist aber noch nicht so richtig übergesprungen. Die Anleger warten Jackson Hole ab. Niemand kann im zunehmend fremdkapitalfinanzierten KI-Ausbau ruckartig steigende Renditen gebrauchen. Warsh hat heute eine gute Chance, das Rendite-Rad zu bremsen, das sich zuletzt immer schneller drehte. Ob er sie nutzt, wird man abwarten müssen.
Donnerstag, 27.08.2026
DAX: Zweigeteiltes Echo auf Nvidia und Inflation
Bei Nvidia fällt es den Anlegern leicht, einen grünen Haken zu setzen. Was die PCE-Inflationsdaten anbelangt, ist es nicht so klar, ob der gelbe oder lieber gleich der rote Stift passender wäre. Immerhin ist das favorisierte Inflationsmaß der amerikanischen Notenbank erneut fast doppelt so hoch wie erwünscht. Eine Zinsanhebung durch die US-Notenbank vor Jahresende ist damit nicht vom Tisch. Der DAX bewertet die Ereignisse der vergangenen 24 Stunden unter dem Strich neutral. Die Gewinne über 26.000 Punkten werden verteidigt – aber auch nicht weiter ausgebaut. Nach Nvidia ist vor Jackson Hole: Das geldpolitische Symposium in Wyoming ist die nächste große Unbekannte.
Nvidia legt Traumbilanz vor
Wenn Nvidias Bilanz ein Barometer für die gesamte KI-Branche ist, dann schlug es gestern in den hellgrünen Bereich aus. Nvidia ist gut doppelt so groß wie alle 40 DAX-Unternehmen zusammen. Wenn ein Unternehmen, das so groß ist, noch solche Umsatzsprünge machen kann – nächstes Jahr könnte sich der Umsatz um 70 % erhöhen –, dann weiß man, dass hier etwas Großes passiert. Dass Nvidia zum ersten Mal in der Firmengeschichte einen Gesamtjahresausblick wagt, dürfte helfen, die Sorgen der Anleger vor einem Abbruch des Wachstums im KI-Sektor zu lindern.
Ein lachendes und ein weinendes Auge
Für Anleger sind die Zahlen trotzdem Erleichterung und Grund zur Sorge zugleich: Erleichterung darüber, dass das Wachstum nicht abebben wird – und Sorge darüber, dass der Einsatz jetzt nur noch größer werden wird. Wer sich bei heutigen Milliardeninvestitionen Sorgen über Finanzierung und Kapitalrendite macht, wird dies erst recht tun, wenn diese Summen noch einmal einen gewaltigen Sprung nach oben machen.
Mittwoch, 26.08.2026
DAX hat gerade eigene Themen – trotz Nvidia und Jackson Hole
Dass das ifo-Geschäftsklima steigt und der Ölpreis sinkt, interessiert den DAX aktuell mehr als die anstehenden US-Themen wie die Zahlen von Nvidia oder das Notenbanktreffen in Jackson Hole. Wenn der Ölpreis sinkt, lässt die Inflationsangst nach, und das nimmt Druck von der Zinsseite, die die Anleger zuletzt verunsicherte. Die Kursgewinne seit Wochenbeginn helfen dabei, die Angst vor einem negativen Ausgang der Top-Ereignisse in dieser Woche abzufedern.
Hohe Gelassenheit im Markt
Ein Puffer ist jedoch keine Versicherung gegen Kursverluste. Die Volatilität im DAX ist nahezu so niedrig wie nie zuvor in diesem Jahr. Ähnlich verhält es sich in den USA mit der Volatilität im S&P 500 Index. Es herrscht also wenig Angst im Markt – die Anleger blicken zuversichtlich auf den Ausgang der wichtigen Ereignisse in dieser Woche.
Nvidia: Ebenfalls geringe Schwankung erwartet
Anleger blicken zuversichtlich auf die Zahlen und erwarten für den heutigen Handelstag die geringste Kursschwankung der Aktie seit Jahren. Wir sehen also einen Markt, der kaum auf negative Ausreißer in der Bilanz vorbereitet ist. Darin liegt natürlich eine Gefahr – falls Nvidia nicht erneut abliefern sollte.
Dienstag, 25.08.2026
DAX: Ölpreisrückgang lockt zaghafte neue Käufer an
Ein leichter Ölpreisrückgang lockt vor den beiden Schlüsselereignissen Jackson Hole und den Nvidia-Zahlen zaghafte neue Käufer aufs Parkett. Die Anleger scheinen die Bereitschaft zu besitzen, die 26.000-Punkte-Marke halten zu wollen. Im Vorfeld dieser Ereignisse aufgebaute Positionen sind spekulativ: Sie bauen darauf, dass schon alles gut gehen wird. Darin liegt natürlich die Gefahr, dass die Unruhe an den Anleihemärkten wiederkehrt oder die Verkäufe bei KI-Aktien in eine neue Runde gehen, wenn Nvidia nicht liefert.
Zwei Belastungstests stehen noch an
Der echte Belastungstest steht erst noch an. Von Nvidia wird erwartet, dass es die Anleger beeindruckt. Das wird genauso wichtig sein wie Klarheit über den weiteren geldpolitischen Pfad aus Jackson Hole, um die Märkte auf dem aktuellen Niveau stabil zu halten.
USA schrecken vor China-Sanktionen zurück
Die US-Regierung scheint im Vorfeld der Zwischenwahlen bedacht darauf zu sein, keine neuen Unruheherde entstehen zu lassen. Im Irankonflikt tauscht man militärischen gegen wirtschaftlichen Druck, und vor dem Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten in den USA im September scheute die US-Regierung gestern vor indirekten Sanktionen gegen chinesische Firmen zurück, die mit dem Iran Geschäfte machen. Für die Anleger ist das Vermeiden neuer Sanktionen gegen China bereits eine Deeskalation. Die Ölpreise sind nicht gestiegen, sondern fallen, und das ist in dem sehr auf Inflationsgefahren bedachten Markt beruhigend.
Montag, 24.08.2026
DAX vor gleich dreifachem Belastungstest
Nvidias Zahlen, die Präzisierung wirtschaftlicher Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson Hole: Jedes dieser Ereignisse hat das für sich betrachtet das Potenzial, neue Unruhe an den Märkten auszulösen. Der Start in die neue Woche ist daher verständlicherweise verhalten: Schließlich steht ein gleich dreifacher Belastungstest an. Der DAX wird vor diesem Hintergrund beweisen müssen, ob die letzte Woche getestete Unterstützung bei 26.000 Punkten belastbar ist. Ein Rutsch unter 26.000 Punkte könnte zu einer spürbaren Zunahme der Schwankungen beitragen.
Zins-Nervosität bleibt vor Jackson Hole hoch
US-Notenbankchef Kevin Warsh unterscheidet sich vor allem in einem Punkt von seinen Vorgängern: seinem knappen Kommunikationsstil. Warsh steht unter dem Vorwurf, nicht genug gegen die Inflation tun zu wollen, seitdem er es im Juli ablehnte, einen klaren geldpolitischen Pfad bis zum Jahresende zu zeichnen. Dass das amerikanische Finanzministerium intervenieren musste, um den Renditeanstieg am langen Ende auf ein Zwei-Dekaden-Hoch einzufangen, wird auch ihm angekreidet. Der Druck ist also hoch. Ob sich an Warshs Stil in Jackson Hole allerdings etwas ändern wird, ist offen. Die Nervosität am Anleihemarkt dürfte sich vor diesem Hintergrund zunächst nicht legen.
Nvidias Zahlen werden zum Stresstest
KI-Investoren fordern stärker noch als vor sechs Monaten Gewissheit darüber ein, wie KI-Unternehmen ihre Rechnungen angesichts immer weiter wachsender Investitionen bezahlen wollen. Während alle Welt auf die Investitionen schaut, die in KI getätigt werden, sind die Quartalszahlen Nvidias immer ein guter Gradmesser für die Höhe der Nachfrage, die nach den entsprechenden Chips entsteht, die für den Ausbau von KI benötigt werden. Die meisten Kunden Nvidias haben dabei schon Quartalszahlen vorgelegt, und alles deutet auf eine erneut spektakuläre Bilanz hin. Die Frage ist daher weniger, ob Nvidia liefern wird, sondern vielmehr nur, wie der zunehmend anspruchsvollere Markt darauf reagieren wird.
Freitag, 21.08.2026
DAX: Pattsituation bei 26.000 Punkten
Was wir im DAX in dieser Woche gesehen haben, ist nicht viel mehr als ein technischer Rücksetzer zurück auf das alte Juli-Hoch bei 26.000 Punkten. Nun müssen die Käufer am heutigen kleinen Verfallstag beweisen, dass sie diesen Kurs bereits wieder als günstig und nicht mehr wie noch vor gut vier Wochen als viel zu teuer erachten. Die Dip-Käufer scheinen angesichts der Querelen am Anleihemarkt, die sich nicht vollends legen wollen, noch nicht so richtig motiviert zu sein.
Pattsituation am Markt
Der Gewinnschub der Unternehmen im zurückliegenden Vierteljahr tröstet über so manche Delle hinweg, die hohe Ölpreise, steigende Renditen und geopolitische Sorgen angerichtet haben. Der Eingriff des amerikanischen Finanzministeriums zur Senkung langfristiger Renditen kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verschuldung der Vereinigten Staaten gerade die 40-Billionen-Dollar-Grenze überschritten hat.
Bond-Bazooka Bessents mit Fragezeichen
Die Bond-Bazooka des amerikanischen Finanzministers kommt am Markt nicht so richtig gut an. Die Renditen sind gestern wieder gestiegen. Die Zweifel sind zu groß, was die Auswirkungen sein werden, wenn Regierungen und KI-Unternehmen alle gleichzeitig um die gleichen Kreditangebote buhlen müssen. Diese Gemengelage zwingt die DAX-Anleger gerade in eine gewisse Pattsituation.
Donnerstag, 20.08.2026
DAX: Zweifelhafter Richtungswechsel bei US-Renditen
DAX-Anleger blicken mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge auf den schnellen Richtungswechsel am amerikanischen Anleihemarkt: Die allgemeine Stimmung hellt sich auf – aber während die Renditen in den USA wieder fallen, bleiben sie in Deutschland hoch. Die Goldpreis- und Krypto-Preissteigerungen des gestrigen Tages lassen durchblicken, dass die Anleger nach Alternativen zum US-Dollar Ausschau halten und dem politischen Treiben in Washington zunehmend mit Skepsis gegenüberstehen.
Suche nach politischen Erfolgen
Die US-Regierung braucht vor den Zwischenwahlen schnelle politische Erfolge, und vielleicht ist die Intervention des US-Finanzministeriums gegen steigende Renditen dadurch motiviert. Der Eingriff zeigt Wirkung: Die Renditen fallen genauso schnell, wie sie gestiegen sind. Die Intervention darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Markt weiterhin anderer Meinung sein dürfte. Die Vorzeichen für steigende Renditen sind unverändert intakt – der Irankrieg bleibt ungelöst, die Staatsschulden wachsen weiter. So bleibt für die Märkte nur ein Aufatmen – mit Fragezeichen.
Finanzierung aus dem Defizit heraus
Das amerikanische Finanzministerium nutzt für die Käufe von langlaufenden Staatsanleihen ein Programm, das ursprünglich in einer Zeit ins Leben gerufen wurde, als die US-Regierung noch einen Überschuss im Haushalt ausweisen konnte. Das ist schon mehr als zwei Jahrzehnte her. Nun müssen die Käufe von Staatsanleihen aus dem bereits defizitären Budget heraus finanziert werden – eine zweifelhafte Übung. Es ist unklar, wie dies geschehen soll. Typischerweise nutzt das Ministerium dafür aber kurzlaufende einjährige Anleihen. Die Regierung kauft sich nur Zeit – eine strukturelle Lösung ist das nicht.
Dienstag, 18.08.2026
DAX wegen Rendite-Ruck unter Druck
Die Märkte kommen seit Monaten mit langsamen, berechenbaren Renditeanstiegen zurecht. Immer wieder gab es in den vergangenen Monaten aber Episoden ruckartiger Renditeanstiege, begleitet von Kursverlusten bei Aktien. Nun ist es wieder soweit: Der Rendite-Ruck bringt die Zuversicht der DAX-Anleger ins Wanken. Bei gut 26.500 Punkten bleibt der Deckel auf dem DAX. Die Konsolidierung der letzten Tage konnte nicht entschieden nach oben aufgelöst werden. Wenn die kurzfristigen Momentum-Trader abspringen, drohen Kursverluste. Bei weiteren Verkäufen sind Kursrückgänge bis 26.000 Punkte technisch nicht auszuschließen.
Rendite-Ruck verunsichert die Anleger
Der neuerliche Ölpreisanstieg unterstreicht, dass eine friedliche Lösung zwischen dem Iran und den USA nach wie vor genauso wenig gefunden ist wie eine Antwort auf die Frage, wie mit dem Seeverkehr durch die Straße von Hormus in Zukunft verfahren werden soll. Die Renditen steigen an, die Märkte können Inflationssorgen nicht gänzlich abstreifen. Das einzig Gute am Renditeanstieg ist, dass jene Renditen am kurzen Ende nicht so stark steigen wie am langen Ende – allerdings nur, weil die Märkte keine unmittelbare Gefahr einer Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank mehr sehen.
Schulden belasten den Ausblick
Gerade darin liegt aber auch ein Grund für den Renditeanstieg am langen Ende: Die Märkte fürchten auch wegen der Zurückhaltung der Fed höhere Inflation, reagieren auf ausufernde Staatsschulden und versuchen, auch den zunehmend fremdkapitalfinanzierten KI-Ausbau zu würdigen. Wird die Fed bereit sein, der Inflation entschieden entgegenzutreten? Am Anleihemarkt ist man weitaus skeptischer, was die Beantwortung dieser Frage angeht, als auf der Aktienseite. Der Zins-Blues lässt die Temperaturen an der Börse gerade um ein paar Grad auf einmal absinken.
Montag, 17.08.2026
DAX in Tuchfühlung zu seinen Rekordkursen
Nachlassende Zinsangst und eine starke Berichtssaison geben dem DAX zu Wochenbeginn Rückenwind. Bei täglich weiter nachlassenden Schwankungen notiert der Index in Tuchfühlung mit den erst vergangene Woche erreichten Rekordständen. Anleger setzen darauf, dass aus politischen Gründen vor den Zwischenwahlen in den USA weder eine neue Eskalation in Nahost noch eine Zinsanhebung der amerikanischen Notenbank droht.
Hohes Gewinnwachstum festigt Anlegervertrauen
Acht Komma eins Prozent seit Januar – das ist das Votum eines Marktes, der entgegen den geopolitischen Unwägbarkeiten zunehmend von Sorglosigkeit geprägt ist. Die endende Berichtssaison bestärkt die Anleger in einer Sache: Die Dramatik des Nahostkonflikts findet in den Schlagzeilen statt, nicht so sehr in den Unternehmensbilanzen. Außerdem profitiert der DAX besonders von einer doppelten Gegenbewegung alter Favoriten: SAP und Rheinmetall führen die Gewinnerliste der DAX-Aktien auf Monatsfrist an – in genau dem Zeitraum, in dem der Index zu der jüngsten Rekordfahrt ansetzte.
Zinsangst legt sich
Nach schwachen Inflationsdaten hat sich die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung durch die amerikanische Notenbank von 60 % auf 30 % halbiert. Es wird nun immer wahrscheinlicher, dass die amerikanische Notenbank keine Zinsanhebung mehr vor den wichtigen Zwischenwahlen im November durchführen wird – ein Narrativ, das den Risikoappetit der Anleger gerade bei Technologieaktien befeuert. Auch Gold profitiert. Zehn Komma fünf Prozent Plus im Goldpreis seit Monatsanfang – der Markt sieht wiederholte Anrufe des US-Präsidenten bei Kevin Warsh als Bestätigung für wachsende Zweifel an der Bereitschaft der Fed, wirklich entschieden etwas gegen die Inflation tun zu wollen.
Freitag, 14.08.2026
DAX: Anleger streifen makroökonomische Sorgen ab
Die Anleger haben in den vergangenen beiden Wochen ihre makroökonomischen Sorgen abgestreift und blicken wieder ähnlich optimistisch in die Zukunft wie vor Beginn des Iran-Kriegs. Sie sehen sich durch die Ergebnisse der Berichtssaison und die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber hohen Energiepreisen in ihrer optimistischen Haltung bestärkt. Dennoch ist über 26.500 Punkten im DAX kurzfristig der Deckel drauf. Der Markt wartet auf neue Impulse.
Zurückhaltung vor dem Wochenende
Während die Finanzmärkte mit einem wirtschaftlichen Druckaufbau gegen den Iran weitaus besser zurechtzukommen scheinen als mit weiteren militärischen Maßnahmen, bleibt vor dem Wochenende hohe Unsicherheit darüber bestehen, wie diese Maßnahmen am Ende wirklich ausgestaltet sein werden. Ein wenig Zurückhaltung ist bei den Anlegern vor dem Wochenende daher zu spüren.
Iran spielt auf Zeit
Der Iran scheint auf Zeit zu spielen. Da die Zwischenwahlen nahen, scheuen sich die USA vor weiteren militärischen Aktionen, die im eigenen Land sehr unbeliebt geworden sind. Ob die neuen wirtschaftlichen Maßnahmen gegen den Iran ausreichen werden, um eine Lösung im Konflikt herbeizuführen, muss sich erst noch zeigen. Der Ölpreis hat sich ziemlich genau in der Mitte der Handelsspanne der Sommermonate eingefunden. Das ist insofern ein neutraler Preis: Die Energiehändler warten ab und harren der Dinge, die da kommen mögen.
Donnerstag, 13.08.2026
DAX springt von Rekord zu Rekord
Nach einem Jahr Pause zeigt der DAX Charakteristiken eines Bullenmarktes: Der Index steigt fast unbemerkt, aber nachdrücklich. Punktegewinne bleiben klein, dennoch entstehen fast im Tagestakt Rekorde. Wer sofort dabei sein möchte, ist zum Einstieg gezwungen; Rücksetzer bleiben aus. Weder Unruhen in Nahost noch Zinssorgen oder hitzebedingte Belastungen der deutschen Wirtschaft erzeugen günstigere Einstiegskurse. Immer mehr Anleger beschleicht die Angst, etwas zu verpassen, wenn sie nicht einsteigen – das berühmte FOMO baut sich auf.
Inflationsdaten im Blick
Heute sind alle Augen auf die Inflationsdaten aus den USA gerichtet. Während die Daten die Erwartung beeinflussen könnten, wann die amerikanische Notenbank an der Zinsschraube drehen könnte, werden sie kaum dazu beitragen können, das Zinsgespenst völlig vom Parkett zu verdrängen. Die heutigen Daten werden kaum von der Tatsache ablenken können, dass die Fed nun schon mehrere Jahre in Folge ihr offizielles Inflationsziel von 2 % verfehlt hat.
Rechenleistung soll eigene Anlageklasse werden
Rechenleistung bleibt allen Unkenrufen zum Trotz knapp und gefragt. Dass Nvidia ohne ein einziges „Nein“ von Investmentgesellschaften von Rang 500 Milliarden USD sichern kann, um Rechenleistung investierbar zu machen, zeigt, wie hoch die KI-Nachfrage nach wie vor eingeschätzt wird. Data-Center-IPOs erzeugen höchstes Interesse. Eine ganze Reihe guter Nachrichten hat den Anlegern wieder Appetit auf KI-Aktien gemacht.
Dienstag, 11.08.2026
DAX-Dynamik bleibt trotz kurzfristiger Pause hoch
Die Nachrichtenlage in Nahost bleibt wie gewohnt wechselhaft, Zentralbanken und Politik sind in der Sommerpause, neue Impulse sind Mangelware: Der DAX hangelt sich von Handelstag zu Handelstag. Die technische Lage des DAX bleibt dennoch dynamisch. Schließlich steht die Frage im Raum, ob der Index an seinen Aufwärtstrend der Jahre 2023 und 2024 anknüpfen kann, nachdem die Kurse nun drauf und dran sind, eine einjährige Seitwärtsphase aufzulösen. Gesundes Gewinnwachstum trotz hoher Energiepreise, gepaart mit moderaten Bewertungen und zurückhaltender Anlegerstimmung, erzeugen ein konstruktives Umfeld für den DAX.
Nahost: Neue Forderungen der USA
Anleger haben sich an die Situation zwischen Hoffen und Bangen im Nahostkonflikt gewöhnt und sich angesichts der wechselhaften Nachrichtenlage ein dickes Fell wachsen lassen. Resilienz ist aber nicht gleichbedeutend mit Immunität: Der Nahostkonflikt bleibt ein Pulverfass, die Stimmung kann jederzeit blitzschnell drehen. Die USA scheinen mit herannahendem Wahlkampf der Zwischenwahlen wirtschaftlichem Druck gegenüber neuen militärischen Aktionen den Vortritt zu geben. Ob das allerdings genügt, die Situation zu beruhigen, muss sich erst noch zeigen.
Wann handelt Warsh?
Das Warten auf die Inflationsdaten von morgen prägt den Handel von heute. Eines hat der neue Chef der amerikanischen Notenbank Kevin Warsh durch seinen neuen Stil kurzer und prägnanter Rhetorik bereits geschafft: Daten gewinnen an Bedeutung, aber der Markt wirft auch nach schwachen Arbeitsmarktdaten die Erwartung von Zinsanhebungen nicht generell über Bord. Er vertagt sie nur. Das wird bei schwachen Inflationsdaten – sollten sie kommen – nicht anders sein. Warsh hat schließlich klar gemacht: Er wird die Inflation bekämpfen. Die Frage ist nur, wann. Es ist noch möglich, dass er auf Zeit spielt und die Zwischenwahlen abwarten will. Mehr ist aber zurzeit nicht drin.
Montag, 10.08.2026
DAX profitiert von nachlassenden Zinssorgen
Nachlassende Zinsängste nach schwächeren US-Jobdaten festigen den DAX-Ausbruch über 26.000 Punkte. Der Ausbruch aus der einjährigen Seitwärtsspanne nimmt Gestalt an. Die neue Zuversicht kommt aber nicht ohne Risiko. Der Ölpreis steigt nach einer weiteren Woche ohne Fortschritte in den Gesprächen im Irankonflikt erneut an. Der Ausbruch im DAX scheint jedoch sukzessive Käufer anzulocken, die aus technischen Gründen einsteigen, was den Index ein wenig resilienter gegenüber jeder Nachricht aus dem Iran zu machen scheint.
Jobdaten lindern Zinsängste
Die Arbeitsmarktdaten aus den USA haben dazu beigetragen, die Zinssorgen für die September-Sitzung der amerikanischen Notenbank zumindest etwas zurückzudrängen. Über die Entscheidung, ob die Fed an der Zinsschraube dreht oder nicht, könnte man allenfalls weiterhin eine Münze werfen. Jetzt liegt die Chance für eine weitere Pause der Fed im September bei 54 % und nicht mehr knapp unter 50 %. Aufgeschoben ist daher nicht aufgehoben: Der Markt rechnet später im Jahr damit, dass die Fed noch einmal aktiv werden könnte.
Inflationsdaten in dieser Woche im Blick
Nach den Arbeitsmarktdaten ist vor den Inflationsdaten: Die Zahlen in dieser Woche werden erneut dazu beitragen, die Zinserwartungen zu prägen. Temporär sehen wir jedoch zumindest ein wenig neues Interesse an Technologie- und KI-Aktien. Von der einstigen Euphorie ist aber nicht mehr viel übrig. Zu viele Anleger haben sich bei den teilweise heftigen Kursverlusten der letzten Wochen die Finger verbrannt und sehen von neuen Käufen ab.
Freitag, 07.08.2026
DAX: Wie fragil ist das Rekordhoch?
Festzuhalten ist: Der DAX hat in dieser Woche das alte Rekordhoch aus dem Juli überboten. Technisch valide ist der Kursausbruch jedoch erst, wenn die Kursgewinne ins Wochenende gerettet werden können. Unter 25.900 Punkten droht eine Bullenfalle zuzuschnappen – und ein erneuter Rückfall der Kurse. Ein Jahr lang dachten die Anleger, der DAX sei bei rund 26.000 Punkten eher zu teuer bewertet. Wie entschlossen die Anleger an die neue Aufwärtsbewegung im DAX glauben, wird sich heute Nachmittag zeigen. Zwischen dem aktuellen Kurs und dem Wochenende liegt noch der wichtige Arbeitsmarktbericht aus den USA, der alles verändern kann.
Volatilität zu erwarten
Heute steht alles im Zeichen der Arbeitsmarktdaten aus den USA, weil sie Einfluss nehmen könnten, ob die Marktteilnehmer eine Zinsanhebung im September durch die amerikanische Notenbank überhaupt noch für wahrscheinlich erachten. Heute Nachmittag könnte es daher auch an der Frankfurter Börse kurzfristig größere Kursschwankungen geben.
Amerikanische Notenbank besitzt ein Doppelmandat
Der Ölpreis liegt bei 80 und nicht mehr bei 100 Dollar, was die Inflationsrisiken etwas lindern dürfte. Auf einen Abwärtstrend bei den Energiepreisen ist in diesen Tagen aber kein Verlass. Zu fragil sind die immer wieder anberaumten, dann aber doch ohne belastbares Ergebnis versandenden Gespräche der Konfliktparteien am Persischen Golf. Die amerikanische Notenbank wird weiterhin zwischen ihren beiden Mandaten abwägen müssen und kann den Arbeitsmarkt nicht außer Acht lassen. Ein stärkerer Arbeitsmarktbericht würde die Gewissheit zementieren, dass die Zinsen ihren Gipfel wohl noch nicht erreicht haben.
Donnerstag, 06.08.2026
DAX legt Pause ein – Flashcrash in Südkorea
Die DAX-Rally legt eine Pause ein – angesichts eines Kursanstiegs von gut 5% in zwei Wochen eine durchaus gesunde Entwicklung. Die Quartalszahlen, die Resilienz der Unternehmen gegenüber Energiepreissteigerungen demonstrieren, fallen zwar insgesamt positiv aus, es gibt aber immer wieder negative Ausreißer, was die Stimmung kurzfristig belastet. SDAX und MDAX können sich im Gegensatz zum globaler aufgestellten DAX nicht nach oben lösen, was Zweifel an der Nachhaltigkeit der Konjunkturerholung in Deutschland ausdrückt. Niedrigwasser und Sorgen um die Nachhaltigkeit der Waffenruhe in Nahost belasten die Investorenstimmung für den Standort Deutschland.
Hoffnung auf erneute Zinspause
Dass der Ölpreis wieder eine Kehrtwende nach unten vollzieht, bringt die Hoffnung zurück, dass es bei den geldpolitisch konservativen Worten Kevin Warshs bleiben wird und die amerikanische Notenbank eine Zinsanhebung im September vermeiden kann. Die Aufmerksamkeit verlagert sich nun auf die Arbeitsmarktdaten am Freitag. Ein Doppelmandat verpflichtet die Fed, neben der Preisstabilität auch den Arbeitsmarkt im Blick zu behalten. Schwache Jobdaten könnten Mehrheiten für einen Zinsschritt im September in Frage stellen.
KI-Volatilität noch nicht ausgestanden
Die SK-Hynix-Aktie erlebt zur Handelseröffnung in Seoul einen Flash Crash um gut 30%. Der Schweinezyklus bei Speicherchipherstellern hat in der Vergangenheit schon viele Anleger Geld gekostet, und niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die aktuelle Situation trotz massiver Nachfrage durch KI-Rechenzentren eine Ausnahme darstellen wird. Sonnte sich die südkoreanische Börse monatelang in ihrem eigenen Erfolg, geht es mittlerweile nur noch darum, den Schaden zu begrenzen. In den letzten Tagen gab es zahlreiche Maßnahmen, die dazu dienen sollen, den Markt zu beruhigen. Diese führten aber auch dazu, dass das Handelsvolumen stark nachgelassen hat. Dadurch sinkt die Liquidität im Orderbuch. Dann genügt bereits eine größere Order, um den Kurs stark nach unten zu bewegen – weil auf der Käuferseite Orders in verhältnismäßig geringerer Stückzahl und Größe zur Verfügung stehen. Auch wenn niemand sagen kann ob sich das wiederholt - der Flash Crash bei SK Hynix ist weniger ein isoliertes Einzelereignis als ein Warnsignal für die weiterhin fragile Verfassung dieses Segments der KI-Aktien.
